Seit
den 50er Jahren wurden umfangreiche Forschungen zur Untersuchung der Verbindung
zwischen Serumcholesterin und koronarer Herzkrankheit (13,20) durchgeführt.
Je höher die Gesamtkonzentration des Plasmacholesterin, um so größer
das Risiko (10). Daten aus der Studie der Lipid Research Clinic zeigten
überzeugend, dass Senkungen des Lipoproteins geringer Dichte (LDL)
mit Senkungen des Myokardinfarkts und des plötzlichen Herztodes (21)
verbunden waren. Serum-LDL wurde durch eine Kombination von Ernährung
und medikamentöser Behandlung gesenkt. Die Autoren kamen zu dem Schluss,
dass pro 1% Senkung des Gesamtcholesterins auch das Risiko für Myokardinfarkt
und plötzlichen Herztod um ca. 2% sank (21). Diese Studie konnte die
Notwendigkeit der Senkung des Serumcholesterins und LDL in der Hoffnung,
eine Verminderung der koronaren Herzkrankheit in der Gesamtbevölkerung
zu erreichen, nachweisen. Bei einer neueren Studie der medizinischen Fakultät
der Universität Harvard wurden 43.000 Männer mittleren Alters
über einen Zeitraum von 6 Jahren getestet. Es wurde nachgewiesen, dass
eine Erhöhung der Ballaststoffaufnahme auf 30g täglich zu einer
Senkung der Myokardinfarkte um 41% führte, unabhängig vom Cholesterinspiegel
(33). Es wurden weiterhin signifikante Rückgänge bei Dickdarmkrebs,
Brustkrebs, Diabetes und Divertikulitis nachgewiesen. Trotz dieser beeindruckenden
Ergebnisse ist die Aufnahme von 30g Ballaststoffen pro Tag aus der Ernährung
allein praktisch unmöglich. Vor kurzem hat das National Cholesterol
Education Program (NCEP) Richtlinien für die Behandlung von Erwachsenen
mit hohem Cholesterin veröffentlicht (25).
Epidemiologische Hinweise lassen vermuten, dass die Ballaststoffaufnahme
die koronare Herzkrankheit bei bestimmten Populationen vermindert. Bei Personen,
die sich ballaststoffreich ernähren war ein geringeres Aufkommen von
Myokardinfarkten und plötzlichem Herztod zu beobachten (20,24). Diese
anfänglichen Untersuchungen wiesen darauf hin, dass sich eine Senkung
des Cholesterins hauptsächlich durch eine Ernährung mit hohem
Anteil von Hafer und Kleie erzielen ließe. Jedoch konnten klinische
Studien, bei denen der Blutzucker mit hochgradig viskosen Harzen wie Guargummi
und Pektin aufrecht erhalten wurde, ebenfalls nachweisbare Senkungen von
Gesamtcholesterin und LDL nachweisen (22,32,36).
Eine medikamentöse Intervention war bislang die am häufigste angewendete
Form der Interventionstherapie. Diese Therapie beruht auf einem Zweiphasenmodell
(37). In Phase eins werden eine Umstellung der Ernährung und körperliche
Betätigung zur Senkung des zirkulierenden Serumgesamtcholesterins und
LDL eingesetzt. In Phase zwei kommen Cholesterinhemmer wie Pravastatin,
Lovastatin und Fluvastatin zur Senkung der Serumwerte zusammen mit Komponenten
der Phase eins zum Einsatz. Das Wiederaufleben der Naturmedizin und die
zunehmenden Nachweise für den Erfolg der Ballaststofftherapie zur Senkung
von Serumgesamtcholesterin und LDL haben zur Ausarbeitung eines Dreiphasenmodells
geführt. Dieses Modell integriert die Ballaststofftherapie mit Ernährung
und körperlicher Betätigung sowie der medikamentösen Behandlung
zur Senkung von Serumgesamtcholesterin und LDL (37). Angesichts der höheren
Kosten und schädlichen Nebenwirkungen, die mit der medikamentösen
Behandlung verbunden sind, sowie dem Trend zu Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen,
ist es nur vernünftig, kostengünstigere Maßnahmen zur Senkung
von Serumgesamtcholesterin und LDL zu untersuchen. Nahrungszusätze
werden daher zu einem immer bedeutenderen und praktischen Mittel zur Behandlung
dieser wichtigen Problematik.
Aus diesem Grund wurde die vorliegende Studie zur Untersuchung der Wirkung
des patentierten Ballaststoffzusatzes auf die zirkulierenden Werte von Cholesterin
und Lipoproteinen (LDL und HDL) erstellt. Die Studie beschäftigte sich
mit Serumänderungen bei Patienten (N=66) ohne Kontrollgruppe, mit Risiko
für koronare Herzkrankheit, die jedoch aktuell keine cholesterinsenkenden
Medikamente einnahmen. Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass Senkungen
von zirkulierendem Cholesterin und LDL durch Ballaststoffzusätze als
Teil einer allgemeinen Diät Wirkungen in gleicher Größenordnung
zeitigen würden wie Medikamente zur Behandlung von hohen Cholesterinwerten. |
Die
Verwendung eines patentierten Ballaststoffzusatzes war bei der Senkung von
Serumgesamtcholesterin und Lipoprotein geringer Dichte (LDL) sehr erfolgreich.
Das Ausmaß dieser Senkungen liegt in Bereichen, die normalerweise
mit cholesterinsenkenden Medikamenten verbundenen sind. Die vorliegende
Studie hat große Bedeutung für Personen, die an der Senkung ihres
Serumcholesterins auf natürliche Weise ohne Nebenwirkungen interessiert
sind.
Die koronare Herzkrankheit ist eine der Haupttodesursachen in der Bevölkerung
(26,31). Während Faktoren wie Übergewicht, Diabetes, Rauchen und
Bluthochdruck nachweislich das Risiko der koronaren Herzkrankheit beeinflussen,
dürfte die stärkste Korrelation beim Serumcholesterin zu beobachten
sein (1,11,12). Im Jahre 1950 konnte Moreton die Verbindung zwischen Chylomikronämie
(das lösliche Cholesterin und die Fettpartikel in der Darmschleimhaut)
und dem Auftreten von Atherosklerose (24) nachweisen. Seither gab es zahlreiche
Studien, in denen die Verbreitung der koronaren Herzkrankheit bei Personen
mit hohen Werten von Gesamtcholesterin und LDL (13) nachgewiesen werden
konnte. Daten aus der Lipid Research Clinic (21) konnten die endgültige
Verbindung zwischen Cholesterin und dem Risiko für koronare Herzkrankheit
beweisen. In dieser Studie wurden 3.806 Männer über sieben Jahre
hinweg untersucht und auf überzeugende Weise nachgewiesen, dass eine
Senkung von 1% des Gesamtcholesterins zu einer Senkung bei Myokardinfarkten
und beim plötzlichen Herztod von 2% führte. Später befürwortete
die National Institute of Health Consensus Conference on Cholestrol die
aggressive Identifikation und Behandlung von Personen, die an erhöhtem
Blutcholesterin leiden (26).
Dieses medizinische Mandat löste umfassende Forschungsarbeiten zum
Cholesterin aus. Im Wesentlichen treten nach der Aufnahme Cholesterin aus
der Nahrung und Fett im Blutkreislauf auf und werden sofort zur Leber transportiert.
Das Cholesterin aus der Nahrung hat einen sehr geringen Einfluss auf das
zirkulierende Cholesterin (weniger als 15%), sollte aber dennoch reduziert
werden (6,14). Es ist die Aufnahme von Fett (z.B. Triglyceriden), die eine
enorme Wirkung auf das zirkulierende Cholesterin hat. Die Aufnahme von Nahrungsfetten
führt zu erhöhten Cholesterinwerten im Blut. Nachdem sie in die
Leber gelangt sind, werden diese Globuli in verschiedene Cholesterinbestandteile
umgewandelt (14). Die Enzyme, die die Produktion von Cholesterin und Gallensäuren
in der Leber regulieren, sind die 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-CoA-Reduktase
(9). Das Übergewicht der medikamentösen Behandlung basiert auf
der Hemmung dieses Enzyms zur Senkung der Serumcholesterinwerte.
Während des gleichen Zeitraums wurden umfangreiche Beweise bezüglich
des geringen Vorkommens der koronaren Herzkrankheit in bestimmten Populationen
gesammelt. Eine weitere Untersuchung zeigte, dass einer der wichtigen korrelierten
Umstände die Aufnahme einer ballaststoffreichen Ernährung war
(20). Diese Feststellungen führten bald zu weiteren Forschungen bezüglich
des Umsatzes von Cholesterin innerhalb des GI-Trakts. Es stellte sich schnell
heraus, dass der Großteil des Cholesterins in den GI-Trakt aus dem
Gallentrakt als Gallensäuresalze ausgeschieden wird.
Das Verständnis des Cholesterin-GI-Recycling führte zu der Entdeckung,
dass bestimmte Produkte Gallensäuresalze binden können und somit
die Fähigkeit besitzen, Cholesterin in den Kreislauf zu reabsorbieren
(5,8). Der tatsächliche Wirkungsmechanismus von Ballaststoffen ist
nach wie vor nicht geklärt (5). Es wurde vermutet, dass Ballaststoffe
sich mit dem Gallsensäuresalz-Cholesterinmolekül zum Transport
aus dem Körper heraus verbinden. Einige Produkte wie Guargummi und
Pektin besitzen eine größere Affinität für Gallensäuresalze
und daher eine größere Fähigkeit, das zirkulierende Cholesterin
zu senken. Die Wirkung von Guargummi und Pektin wurde auf ihre Viskosität
zurückgeführt (5,19,36). Diese beiden Harze können den Widerstand
gegen die Cholesterinabsorption durch die Darmwand durch Änderung der
unberührten Mikrowasserschicht erhöhen. Ungeachtet dieses Mechanismus
finden sich immer mehr Nachweise in Studien mit Tieren wie auch mit Menschen
bezüglich der Wirkung der Ballaststoffe auf die Senkung von Serumgesamtcholesterin
und LDL.
In der vorliegenden Studie kam es nach dreimonatiger Einnahme von Ballaststoffzusätzen
zu einer signifikanten Senkung des Cholesterins. Die Senkung des Gesamtcholesterin
um 15%, die durch Verwendung eines natürlichen Ballaststoffes erreicht
wurde, ist ebenso aggressiv wie die bei der Verwendung von cholesterinsenkenden
Medikamenten festgestellte Wirkung. In einer Kontrollstudie mit 40 mg Pravastatin
täglich berichteten Milane et al. (23) eine Senkung des Serumgesamtcholesterin
von 23% über ca. vier Wochen, Serum-LDL wurde um 31% gesenkt. Ähnliche
Feststellungen wurden in anderen Studien getroffen (16,23,27). Zusammenfassend
kam es bei Patienten mit einem Risiko für koronare Herzkrankheit zu
einer Senkung des Serumcholesterins nach der Verwendung des natürlichen
Ballaststoffzusatzes. Dieser Ballaststoffzusatz wird von Rexall Showcase
International unter dem Handelsnamen Bios Life® Natural hergestellt.
Die Größenordnung der Änderung entsprach den Anfangserwartungen;
die aktuellen Feststellungen untermauern die Verwendung eines natürlichen
Ernährungszusatzes zur Cholesterinbehandlung bei Erwachsenen. |
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